Zuhause im Kreis Herford

Landrat begrüßt Neubürger – 297 Einbürgerungen in 2019

09.01.2020
Von den eingeladenen 297 Neubürgern waren etwa 20 zum Empfang in den historischen Kreistagssitzungssaal gekommen. Viele Menschen, die aus Großbritannien kommen, beantragten aufgrund der politischen Lage die deutsche Staatsbürgerschaft. Fotos: Huss
Von den eingeladenen 297 Neubürgern waren etwa 20 zum Empfang in den historischen Kreistagssitzungssaal gekommen. Viele Menschen, die aus Großbritannien kommen, beantragten aufgrund der politischen Lage die deutsche Staatsbürgerschaft. Fotos: Huss

Herford/Spenge (Westfalen-Blatt / WB / Siegfried Huss). „Einige von Ihnen sind schon länger Teil unserer Gesellschaft und prägen den Kreis Herford. Sie bringen aus ihrer Heimat besondere Fähigkeiten und Kultur mit. Teilhabe ist die Wurzel der Gesellschaft, kulturelle Vielfalt ihre Blumen.“ Mit diesen Worten begrüßte Landrat Jürgen Müller diejenigen, die 2019 die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten haben. Alle Neubürger (ausgenommen die der Stadt Herford) waren am Dienstagabend zu einem Empfang in den historischen Sitzungssaal des Kreishauses eingeladen.
 

„Zuhause in Deutschland, Zuhause im Kreis Herford“ lautete das Motto zum Einbürgerungsempfang, der in diesem Jahr zum zweiten Mal durchgeführt worden ist. Auf Initiative der CDU-Kreistagsfraktion vor gut drei Jahren ist dieser Empfang ein Anlass geworden, für die Entscheidung, im Kreis Herford eingebürgert zu werden, zu danken. „2018 wurden 158 Personen vom Kreis Herford eingebürgert, davon 84 Männer und 74 Frauen. Im vergangenen Jahr waren es fast doppelt so viele: 297 Personen, davon 109 Frauen und 188 Männer. 147 Personen stammen aus Großbritannien. Darauf folgen Länder wie die Türkei, Polen und Syrien“, berichtete Patrick Albrecht von der Pressestelle des Kreises Herford und ergänzte: „Die Stadt Herford hat 158 Personen eingebürgert, davon 59 aus Großbritannien. Bislang eingebürgerte Personen im Kreis Herford stammen aus 46 verschiedenen Ländern weltweit, vier Personen sind staatenlos!“

Der Einbürgerungsempfang erfolgte im gemütlichen festlichen Rahmen. Dieser war musikalisch umrahmt worden vom Herforder Duo „White Coffee“, das unter anderem passend zum Anlass das Lied „Hoch sollst du leben, wir sind soweit, um alles zu geben“ vortrug. Sarah Brünger vom Kommunalarchiv informierte über die Geschichte des Kreises Herford. Gekommen waren auch zahlreiche Gäste von Rat und Verwaltung, allen voran die Fraktionsvorsitzenden Michael Schönbeck (CDU), Wolfgang Tiekötter (SPD), Ingeborg Balz (Bündnis 90/Die Grünen), Stephen Paul (FDP) und Dezernent Norbert Burmann.
 
Bereits seit 1973 lebt Susan Hildebrand (75) im Kreis Herford (Spenge). In Großbritannien lernte sie ihren Ehemann Klaus Hildebrand kennen, den sie 1964 heiratete. Aus ihrer Ehe seien zwei Kinder hervorgegangen mit heute vier Enkelkindern. Sie erzählte: „Mein Mann studierte in England Englisch. Ich war bereits im Schuldienst tätig. Durch den Umzug nach Spenge arbeitete ich im Kreis Herford als Lehrerin, zuletzt an der Realschule in Bünde, wo ich vor zwölf Jahren in Pension gegangen bin. Durch die aktuelle politische Situation und weil ich überzeugte Europäerin bin und glücklich in Deutschland lebe, wollte ich Klarheit schaffen und beantragte die deutsche Staatsbürgerschaft!“
 
Als Zivilbeamter war Andrew John Thomson (55) aus Schottland seit 2007 bei der Britischen Armee in Bielefeld im Bereich Einschulung Kinder britischer Soldatenfamilien tätig. Seitdem lebt er mit seiner Familie in Vlotho. Er berichtete: „Da meine Frau gebürtig aus dem Schwarzwald stammt, ist es für mich wichtig, weiter in Deutschland zu leben.“ Fast drei Jahrzehnte war Andrew Hnatiw (53) bei der britischen Armee in Herford stationiert. Er erzählte: „Mein Sohn Anthony (21) ist hier in Herford geboren. Es befindet sich in einer Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration. Meine Frau stammt aus Polen. Ich möchte mit meiner Familie in Deutschland bleiben und beantragte mit meinem Sohn die Einbürgerung!“